Gottfried

Böhm

Kirchen von

Gottfried Böhm

Dülmen | Heilig Kreuz
Erkrath | Heilig Geist
Kassel-Bad Wilhelmshöhe | Maria Königin des Friedens (Fatimakirche)
Koblenz | St. Elisabeth
Saarbrücken | St. Albert
Saarlouis | St. Ludwig
Velbert-Neviges | Maria, Königin des Friedens
Wigratzbad | Sühnekirche

Ein Gebäude ist für den Menschen Raum und Rahmen seiner Würde, und dessen Äußeres sollte seinen Inhalt und seine Funktionen reflektieren.
(“A building is a human being’s space and the background for his dignity and its exterior should reflect its contents and function.”)

– Gottfried Böhm, anlässlich der Verleihung des Pritzker-Preises 1986

Gottfried Böhm wurde 1920 als Sohn des Kirchenbaumeisters Dominikus Böhm geboren. Er starb am 9. Juni 2021  im Alter von 101 Jahren in Köln. Im Laufe einer über 80-jährigen künstlerischen Tätigkeit entwickelte er eine beeindruckend eigenständige Produktion und kaschierte dennoch nie seinen biographischen Rückbezug. Von der Hand des 11-jährigen Gottfried bereits stammen zeitstilsichere Zeichnungen für die Fenster der 1932 geweihten St. Engelbert-Kirche in Köln-Riehl.

Gottfried Böhm studierte von 1942 bis 1947 Architektur und Bildhauerei an TH und Akademie der Bildenden Künste in München. Bis 1955 arbeitete er im Büro seines Vaters. Ein USA-Aufenthalt 1951/52 brachte ihn in Verbindung mit Walter Gropius und Mies van der Rohe. Trotz aller Funktionalität entwickelte Böhm eine immer wieder an der organischen Form orientierte Handschrift, welche seine Bauwerke bei aller Verschiedenheit kennzeichnend durchdringt.

Von den gewölbten Hängearchitekturen der 1950er Jahre (St. Kolumba, Köln; St. Paulus, Velbert) führte sein Weg in den 1960ern über geometrische Betonfaltenstrukturen (St. Johannes der Täufer, Köln) zum kristallinen Béton-Brut (Rathaus, Bensberg; Mariendom, Neviges), und weiter zu metallverkleideten, an der Maschinenästhetik orientierten Bauten der 70er (Landesamt für Datenverarbeitung, Düsseldorf; Bürgerhaus, Bergisch Gladbach). Seit den 1980er Jahren setzte sich unter verstärktem Einsatz von Farbe wieder mehr die organische Architektursprache durch (Universitätsbibliothek Mannheim; Theater, Potsdam).

Text: Markus Juraschek-Eckstein M.A., Bergisch Gladbach (aktualisiert von Manuela Klauser: 06/2021)

Literatur (Auswahl)

  • Veronika Darius: Der Architekt Gottfried Böhm. Bauten der sechziger Jahre, Düsseldorf 1988.
  • Wolfgang Voigt (Hg.): Gottfried Böhm, Katalog, 26. August bis 5. November 2006, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main, Berlin 2006.