Karlsruhe

St. Konrad

Anschrift Kirche
Hertzstraße 16a
76187 Karlsruhe
  • Informationen
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    Anschrift Pfarramt Pfarrbüro St. Konrad
    Hertzstraße 16a
    76187 Karlsruhe
    0721 79002-0
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    Kirchen im Südwesten

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Auf einer grünen Wiese am Stadtrand von Karlsruhe liegt die Kirche St. Konrad. Sie wurde in konsequent klaren Formen gestaltet: eine fensterlose Ziegelsteinfassade, eine monumentale doppelstöckige Fensterreihe zur Seite. Ein Dach ist nicht zu sehen, der Glockenturm steht abseits. Das Ensemble wirkt wie aus italienischen Versatzstücken komponiert. Im Inneren führen großflächige Ziegelsteinmauern zur rückwärtigen Mauer, die im Rund geführt ist. Bis vor wenigen Jahren befand sich hier der Altar wie im Brennpunkt des Raums, nah an den Bankreihen. Die letzte Distanz zum Langhaus wurde mit der Neuordnung von 2017, mit dem Vorziehen der Altarinsel, aufgehoben. Damit verstärkte man den Gemeinschaftsgedanken der Bauzeit und ertüchtigte den Raum zugleich für eine kleiner werdende Gottesdienstgemeinde.

  • Überblick
    Ort
    Karlsruhe

    Bistum
    Erzbistum Freiburg

    Name der Kirche
    St. Konrad

    Weihe
    1957 (15. Dezember)

    Architekt
    Werner Groh
    Besonderheit
    Der 1957 bereits im Raumkonzept angelegte Gemeinschaftsgedanke wurde bei der liturgischen Neuordnung von 2017 konsequent fortgeführt.

    Nutzung
    Kirche der katholischen Seelsorgeeinheit Karlsruhe Allerheiligen

    Standort / Städtebau
    St. Konrad steht, von der Hertzstraße zurückgesetzt, auf der grünen Wiese, eine typische Stadtrandlage von Karlsruhe. Der Baukörper der Kirche erhebt sich isoliert auf dem weiten Grundstück, Glockenturm und Sakristei finden sich abseits.

  • Beschreibung

    Grundriss


    Karlsruhe | St. Judas Thaddäus | Grundriss

    An den rechteckigen Grundriss des Langhauses schließt der Altarbereich in einem knappen aber weiten Halbrund an. Der leicht konkav geschwungenen Fassade antwortet die mächtige fensterlose Rundform des Altarhauses. Die Längswände sind in schräggestellte Teilwände aufgelöst, zwischen ihnen sind große Fensterflächen eingesetzt.

    Außenbau


    Karlsruhe | St. Konrad | Außenbau | Foto: Martin Schall

    Nach außen zeigt die Kirche fensterlose Mauerflächen aus unverputztem Ziegelstein. Die leicht einschwingende Fassade scheint nur ein großes Mittelportal zu haben, das hoch in die Mauer einschneidet. Ergänzend gibt es Eingänge zu Seiten des Mittelportals, die jedoch in die Achsen der Fensterflächen eingebunden sind und dadurch kaum auffallen. Einziger Schmuck in der Fassade sind kreuzförmige Fensterchen, die mit farbigem Glas geschlossen sind. Das zweite beherrschende Motiv sind die hohen Fensterachsen zu Seiten des Langhauses. Zwei Reihen rundbogig geschlossener Fenster stehen übereinander, im Schrägblick auf die Seiten des Schiffs wirken sie wie eine fortgesetzte doppelstöckige Arkadenreihe. Der 30 Meter hohe, frei stehende Glockenturm wird durch Betonbänder an den Ecken zusammengefasst. Die Mauerflächen sind wieder mit Ziegelsteinen gefüllt.

    Innenraum


    Karlsruhe | St. Konrad | Innenraum vor der Renovierung | Foto: Cordula Schulze, Karlsruhe

    Dem Eintretenden bietet sich der Innenraum als ein großer, lichtdurchfluteter Raum dar, der gleichmäßig von den Ziegelsteinmauern eingefasst wird. Durch die schräg gestellten Seitenwände wirkt der Raum wie von einem geschichteten Mauerwerk gerahmt. Diese Abstufungen setzen sich im Altarrund fort: Kein einziges Fenster ist vom Eingang her zu sehen. Das Licht fällt durch die schräg gestellten Wandteile stets auf den Altarbereich. Vom Altar zum Eingang blickend hingegen ist der Raum nur durch Fensterflächen eingefasst. Auf den Seitenmauern sitzt die flache, geflochtene Holzriemendecke auf. Der Knoten der Decke liegt über dem Altarbereich, von dem aus die Riemen sich zum Kirchenschiff auffächern.


  • Liturgie und Raum

    Karlsruhe | St. Konrad | Altar | Foto: Markus Lehr

    Die Altarinsel war ursprünglich in den halbrunden Raumabschluss eingebunden, der damalige Altar wirkte sozusagen wie der Brennpunkt eines Parabolspiegels. Der ganze Raum, also auch der Raum der Gemeinde, wurde durch die Lichtführung, die Stellung der Wände und die Deckengestaltung konsequent auf den Altar hin bezogen. Dieser stand etwas von der rückseitigen Mauer abgesetzt, so dass Priester und Gemeinde am Altar versammelt waren. Die Kirche spiegelte damit den liturgischen Gemeinschaftsgedanken der Nachkriegszeit und vor allem die Vorbereitung auf das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65). Bis 2017 wurde die Raumordnung unter Leitung des Erzbischöflichen Bauamts Heidelberg erneuert, um den Mittelpunktscharakter des Altars weiter herauszustreichen und auf den veränderten Gottesdienstbesuch zu reagieren. Daher wurden die Hälfte der Kirchenbänke eingespart, der neue Altartisch mit seiner neuen Plattform in die Mitte vorgezogen und im Eingangsbereich Sitzmöglichkeiten um das Taufbecken herum angelegt.

  • Ausstattung

    Karlsruhe | St. Konrad | Glasgestaltung | Foto: PBe, CC BY NC SA 3.0 DE

    Einziger Schmuck des Raums sind die Glasfenster (1958) von Franz Dewald aus Grötzingen, die Personen des Alten und Neuen Testaments über den Portalen und an den Längsseiten den Lobpreis der Schöpfung zeigen. Die versetzt gestellten Wandteile boten des Weiteren eine elegante Möglichkeit, die Beichtstühle zwischen den Wänden zu verorten, so dass sie im Raum nicht sichtbar sind. Die Orgel der Überlinger Firma Xaver Mönch und Söhne wurde 1964 geweiht. Der Künstler Frido Lehr führte 1968 die bronzenen Reliefs des Kreuzwegs aus. Der bronzene Tabernakel des Metallbildhauers Karl Rißler aus Freiburg wurde bei der jüngsten Neugestaltung von seiner alten Position im Scheitel des Chorrunds etwas zur Seite geschoben.

  • Von der Idee zum Bau

    Karlsruhe | St. Konrad | Innenraum vor der Renovierung | Foto: Martin Schall

    Bereits 1923 wurde im nördlichen Teil von Mühlburg, einem westlichen Stadtteil von Karlsruhe, die Pfarrkuratie St. Konrad abgeteilt. Das Offizierskasino der Telegrafenkaserne am nahen Rheinhafen diente als Notkirche. Doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Katholiken von ursprünglich ca. 800 Personen auf 6.000 an, so dass nun eine größere Kirche geplant wurde. Werner Groh hatte sich durch den Wiederaufbau von St. Stephan in Karlsruhe und von St. Peter und Paul in Mühlburg, der Kirche der Mutterpfarrei von St. Konrad, empfohlen. Am 30. September 1956 erfolgte die Grundsteinlegung und nach kurzer Bauzeit am 15. Dezember 1957 die Konsekration. Aus der Notkirche wurde das 1948 von Herbert Jorgers geschaffene Kruzifix übernommen, das viele Jahre im Scheitel der Apsis hing. 2003 wurde der Turm saniert. Nach einer Außensanierung wurde 2017 auch der Innenraum instandgesetzt und den neuen gottesdienstlichen Bedürfnissen angepasst.

  • Der Architekt Werner Groh

    Karlsruhe | St. Konrad | Mauerdetail | Foto: Jürgen Krüger, Karlsruhe

    St. Konrad ist in seiner Konzeption und Ausführung vor allem das Werk des Architekten Werner Groh, der am 9. Oktober 1919 in Karlsruhe geboren wurde und hier am 23. März 2011 verstarb. Er lernte das Bauhandwerk von der Pike auf, erst als Handwerk, dann am Staatstechnikum Karlsruhe (heute Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft). Kriegsbedingt konnte er das Studium erst 1949 abschließen. Von 1949 bis 1951 arbeitete er für das Erzbischöfliche Bauamt Heidelberg, anschließend war er bis zum Ende der 1970er Jahre als freier Architekt tätig.

    In dieser Funktion gehörte Groh zu den führenden Architekten für katholische Kirchenbauten in der Erzdiözese Freiburg. In einer Reihe großer Projekte, und zwar Wiederaufbauten und Neubauten, entwickelte er seinen eigenen Stil und trug darüber hinaus entscheidend zur Weiterentwicklung des liturgischen Raums bei. In einer Reihe von Karlsruher Kirchen lässt sich das exemplarisch studieren. Die Wiederherstellung der Kirche St. Peter und Paul in Mühlburg (heute Karlsruhe, 1954/55) folgte noch einem relativ konventionellen Grundschema. Doch schon in den folgenden Projekten, St. Josef in Grünwinkel (1955/56) und St. Konrad, kam die Gemeinde näher am Altarraum zu sitzen und der Altar wurde mehr in Richtung Kirchenvolk platziert. Der Raum für die Gemeinde wurde breiter und kürzer. In der nächsten Stufe, St. Michael in Beiertheim (1964/65), schrieb er Gemeinde- und Altarraum in ein gemeinsames Quadrat ein Werner Groh ist mit seinen Bauten weniger der Liturgiereform des Zweiten Vatikanums gefolgt, vielmehr wirken seine Pläne so, als ob sie diese vorwegnehmen.

  • Literatur (Auswahl)
    • Richard Bellm: Die neuen Kirchen in Karlsruhe, Karlsruhe 1969.
    • Franz Dambeck: Neue katholische Kirchen in Nordbaden, in: Das Münster 10, 1957, 271-279.
    • Werner Groh mit Richard Bellm: Der Architekt Werner Groh. Arbeiten aus drei Jahrzehnten, Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, München 1973.
    • Hans Rolli: Kirchenbau im Erzbistum Freiburg nach dem 2. Weltkrieg, in: Das Münster 20, 1967, 413-492.
    • Willi Weyres/Otto Bartning: Handbuch für den Kirchenbau, München 1959, 152-153.
    • stadtlexikon.karlsruhe.de: Beiträge zu St. Konrad, Werner Groh u. a. (stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php/De:Stadtlexikon, Abrufdatum: 10. August 2018)
    • Fotoporträt zu St. Konrad von Martin Schall auf: you-are-here.com (you-are-here.com/kirche/nordweststadt.html, Abrufdatum: 23. August 2018).
    • Fotogalerie zu St. Konrad von Cordula Schule auf: instagram.com (www.instagram.com/cordulaschulze/, Abrufdatum: 23. August 2018).
    • Wir danken allen Bildgebern für ihre freundliche Unterstützung: Die Bildnachweise werden jeweils am Bild selbst geführt, sie werden beim Klick auf das jeweilige Bild sichtbar.
Text: Prof. Dr. Jürgen Krüger, Karlsruhe

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